KrakelKollektiv- Interview mit Nadja Schwendemann


1. War dein Werdegang geradlinig oder hast du schon einmal ganz woanders gearbeitet?
Ich wollte immer etwas machen wo ich zeichnen kann, jedoch wurde mir immer wieder eingeredet, dass man damit ja kein Geld verdienen kann. Und so habe ich erst eine Ausbildung als Erzieherin gemacht und auch 20 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Hier konnte ich mich auch kreativ austoben und gemeinsam mit den Kindern habe ich viele schöne Bücher entdecken dürfen und wir hatten viele kreative Projekte.
2009 habe ich während einer Zusatzausbildung, mit jemandem zusammen, ein eigenes Buch erstellen sollen. Und die Bilder habe natürlich ich gezeichnet. Darauf hin wurde ich von allen gefragt weshalb ich eigentlich nie etwas in der Richtung gemacht habe. Tja und was soll ich sagen: Ich hatte ja nie aufgehört zu zeichnen. Alsoooooo bin ich auf die Buchmesse und habe mich etwas informiert. Denn mir war klar - wenn dann möchte ich gerne beide Leidenschaften verbinden. Ich habe mir nach und nach das Arbeiten mit Grafikprogrammen selbst beigebracht, mich über den Beruf informiert. Ich war überrascht, dass man ja gar kein Studium benötigt, einfach „nur gut“ sein muss. Also habe ich neben meiner Arbeit als Erzieherin meine Freizeit genutzt um an meinen Skills zu arbeiten. Das hat schon einige Zeit in Anspruch genommen.
2016 Habe ich mein Portfolio dann endlich geschnappt und es versucht und mich auf der Buchmesse bei den Illustratoren-Sprechstunden vorgestellt – und sehr viele Absagen bekommen … der Bildaufbau war noch nicht rund, … das ist doch eher was für den Beschäftigungsbereich. Also habe ich mich dort vorgestellt. 2017 hatte ich dann meinen ersten Auftrag. Danach noch einen und so weiter …
2. Arbeitest du lieber digital oder analog oder beides? Und warum?
Miene Skizzen entstehen fast immer erst auf dem Papier und dann werden sie am IPAD oder Grafiktablett weiter ausgearbeitet. Bleistift und Papier kann ich immer dabeihaben und so kann ich auch schnell eine Idee festhalten. Außerdem funktioniert da auch alles ohne technische Probleme lach.
Das digitale Ausarbeiten ist aber auch wirklich praktisch. So kann ich bei komplexeren Bildern alles in Verschiedene Ordner und Ebenen packen. Dies ist super, so kann ich falls was geändert werden muss schnell arbeiten und muss nicht das ganze Bild noch mal machen.

Wie bildest du dich weiter?
Ich mache sehr gerne Workshops und online Kurse. Es ist mir nach wie vor wichtig da am Ball zu bleiben. Meist zum Thema Background und Charakterdesign. Aber auch Kurse in denen Funktionen der Grafikprogramme erklärt werden.
Hast du selbst andere Lieblingsillustratoren?
Sehr viele!!! Eric Carle, Franz Josef Tripp, Hayao Miyazaki, Leiji Matsumoto, Temu Juhani, Alexander Steffensmeier, Mitch Leeuwe, Dan Tavis und noch einige mehr.
Gibt es Dinge, die du in deinem Beruf gar nicht magst?
Verträge und Honorare aushandeln, da das allerdings sehr wichtig ist habe ich mir eine gute Literatur Agentur gesucht, die ich mich bei dieser Arbeit unterstützt.

Was zeichnest du gerne, was zeichnest du nicht gerne?
Ich liebe Fabelwesen und Märchen. Also zeichne ich auch alles gerne was in diese Richtung geht.
Fußball und Fahrzeuge male ich nicht so gerne. Dafür benötige ich viel mehr Zeit als bei Themen die ich mag.
Wie gehst du mit kreativen Blockaden um?
Ich mache etwas total anderes! Entweder gehe ich eine Runde mit meinem Hund spazieren, ich backe etwas oder ich gehe in den Garten und kümmere mich um meine Beete oder die Hühner. Manchmal muss ich auch wirklich 1-2 Tage Pause machen.
